
Hallo! Ich bin Parkplatzwart. Mein Arbeitsplatz? Zwischen rollenden Koffern, parkenden Autos und Menschen, die entweder gerade voller Vorfreude in den Urlaub starten oder nach einem Nachtflug nur noch eins wollen: Nach Hause.
Ich habe in den letzten Jahren wirklich alles gesehen. Familien mit fünf Koffern und einem Kuscheltier auf Abwegen. Paare, die sich mitten auf der Zufahrt fragen, ob der Reisepass wirklich eingepackt wurde. Geschäftsreisende, die im Gehen telefonieren, und Backpacker, die mit einem Rucksack aussehen, als würden sie sechs Monate um die Welt reisen (Minimalismus beim Reisen).
Damit dein Urlaub schon auf dem Parkplatz entspannt beginnt, verrate ich dir meinen ganz persönlichen Parkplatz-Knigge.
Ich erkenne euch schon von Weitem.
Ein Kind rennt nach links, eins möchte plötzlich doch nicht in den Urlaub und Papa sucht den Autoschlüssel, obwohl er noch im Zündschloss steckt.
Mein Rat? Einfach entspannt bleiben, es ist schwer, ich weiß.
Parkt erst einmal in Ruhe ein. Niemand erwartet einen Formel-1-Boxenstopp.
Und noch ein kleiner Trick vom Profi:
Jedes Familienmitglied bekommt eine einfach, aber nützliche Aufgabe.
Einer kümmert sich ums Gepäck. Einer um die Kinder. Und einer schaut nach den Reisepässen.
Alle gleichzeitig alles machen zu lassen, endet meistens damit, dass der Teddy alleine im Auto Urlaub macht und jemand gerne wieder nachhause fahren möchte.
Ja, ich weiß.
Der Urlaub beginnt. Die Stimmung ist leicht romantisch verklärt.
Aber wenn ihr euch zehn Minuten lang direkt vor der Schranke umarmt, bildet sich hinter euch eine kleine internationale Völkerwanderung. Meistens ist die dann auch nach 15 min richtig schlecht gelaunt.
Mein Tipp: Parkt erst ein.
Dann ist genug Zeit für Umarmungen, Selfies und das obligatorische "Haben wir wirklich den Herd ausgemacht?"
Mit euch ist es eigentlich einfach.
Ein Rucksack.
Ein Ticket.
Ein Lächeln.
Perfekt.
Bis ihr plötzlich merkt:
"Moment ... wo habe ich eigentlich meinen Reisepass hingetan?"
Spoiler:
Nicht selten steckt er in der Seitentasche, in der auch die Sonnencreme, die Kopfhörer und drei Müsliriegel wohnen.
Einmal kurz durchatmen, nicht hektisch alles auskippen – meistens taucht er schneller wieder auf als gedacht.
Ich sehe regelmäßig Menschen, die ihr Handy fragen, wo Stellplatz A17 ist.
Während sie direkt davor stehen.
Mein Geheimtipp:
Ab und zu einfach mal den Kopf heben.
Schilder wurden schließlich nicht erfunden, um Parkplätze zu dekorieren.
Bitte. Wirklich, ich bitte euch: Der Parkplatz ist kein Ankleidezimmer!
Und auch kein Ort, um den Koffer neu zu sortieren, weil das Shampoo doch noch ins Handgepäck soll.
Das könnt ihr ganz entspannt und viel besser für zu Hause erledigen (Mit unserem Reiseheld planen, packen und parken).
Ich verspreche: Alle hinter euch werden es euch danken.
Nach der Rückreise erkenne ich drei Arten von Menschen.
Die einen kommen braungebrannt zurück.
Die anderen völlig übermüdet.
Und dann gibt es die, die einfach nur ins eigene Bett möchten.
Falls ihr euer Auto nicht sofort findet: Keine Panik. Das passiert häufiger, als ihr denkt und wir haben uns auch schon etwas daran gewöhnt.
Ein kleiner Tipp vom Parkplatzwart:
Mach beim Abstellen einfach ein Foto von deinem Stellplatz oder speichere ihn im Handy.
Das spart später viele Runden über den Parkplatz.
Und glaubt mir:
Autos verstecken sich nicht.
Sie warten nur geduldig auf ihre Besitzer.
Wenn der Shuttle gerade losfährt:
Nicht rennen.
Nicht winken.
Und bitte keine olympiareifen Sprints mit rollendem Koffer.
Der nächste Shuttle kommt meistens schon wenige Minuten später.
Ein entspannter Puls reist deutlich angenehmer.
Ein "Hallo", ein "Danke" oder ein kurzes Lächeln kosten nichts. Bitte nennt uns auch immer euren (vollständigen!) Namen.
Kleine Gesten machen den Tag für alle schöner.
Auch für uns Parkplatzwarte.
Und falls mal etwas nicht klappt:
Keine Sorge.
Wir finden fast immer eine Lösung.
Schließlich sorgen wir jeden Tag dafür, dass tausende Urlauber entspannt starten können.
Der Urlaub beginnt nicht am Strand.
Nicht im Flugzeug.
Und auch nicht am Gate.
Er beginnt genau in dem Moment, in dem du dein Auto abstellst und dir sagst:
"Jetzt kann ich loslassen."
Also nimm dir zwei Minuten mehr Zeit.
Atme durch.
Kontrolliere Reisepass, Handy und Schlüssel.
Und dann wünsche ich dir im Namen aller Parkplatzwarte:
Eine gute Reise, einen tollen Urlaub – und komm entspannt wieder zurück.
Wir passen so lange auf dein Auto auf. Versprochen. (LJ)
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