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Sicher unterwegs: Was Autofahrende beim Parken und Reisen wissen sollten.

Zwei Frauen stehen nebeneinander auf einem Parkplatz im Freien. Beide lächeln in die Kamera. Im Hintergrund ist ein großer Parkplatz und Bäume zu sehen. Bei den Personen handelt es sich um Daniela Mursa, die Geschäftsführerin von ich-parke-billiger.de und Claudia Löffler, die Pressesprecherin des ADAC Berlin-Brandenburg e.V.

Interviewreihe: Sicher unterwegs. Was sollten Autofahrende beim Parken und allgemein Reisen beachten?

Vom sicheren Langzeitparken am Flughafen über den Versicherungsschutz auf dem Parkplatz bis hin zu typischen Pannen sowie modernen Bordcomputern: Gemeinsam mit Claudia Löffler vom ADAC Berlin-Brandenburg spricht Daniela Mursa von ICH-PARKE-BILLIGER.de (IPB) über die wichtigsten Fragen rund um die sichere Reise mit dem Auto.

Worauf sollte man bei der Wahl eines Parkplatzes achten? Welche Schäden sind versichert? Was passiert, wenn das Fahrzeug nach der Reise nicht anspringt? Ein Interview mit praktischen Tipps für alle, die entspannt in den Urlaub starten möchten.

 

Wie hat sich das Mobilitätsverhalten von Reisenden in den vergangenen Jahren verändert?

Daniela Mursa, IPB:  Die Reisenden fordern heute maximale Flexibilität. Also, das klassische Frühbuchen gibt es kaum noch. Früher wurden Reisen und Zusatzleistungen wie Parkplätze mit großem Vorlauf geplant und bezahlt. Heute planen die Leute oft maximal eine Woche im Voraus. Erst wenn absolut sicher ist, dass die Reise stattfindet, wird der Flughafenparkplatz fest gebucht – oft erst für den Folgetag oder ganz spontan am selben Tag.

Angetrieben wurde dieser Wandel vermutlich auch durch Corona. Die Branche hat darauf reagiert: Egal ob Airlines, Hotels oder Parkplatzanbieter – überall gibt es inzwischen Flextarife und zubuchbare Sonderoptionen, weil die Reisenden sich nicht mehr langfristig festlegen wollen oder können. Auch flexiblere Reiseformen wie das Caravan-Fahren haben dadurch an Bedeutung gewonnen.

Gleichzeitig erleben wir, dass wieder enorm viel Auto gefahren wird; die Städte und Parkplätze sind voll. Die Reiselust ist nach wie vor ungebrochen, allerdings bemerken wir in diesem Jahr eine veränderte Budgetgrenze: Letztes Jahr wurde noch fast jeder Preis für den Urlaub gezahlt, in diesen Sommerferien agieren Familien spürbar preisbewusster. Was bleibt, ist der Trend zur Spontanität.

 

Welche Tipps hat der ADAC für Reisende in Bezug auf das Thema „sicheres Parken“ ?

Claudia Löffler, ADAC Berlin-Brandenburg: Wer sein Auto für die Dauer einer Urlaubs- oder Geschäftsreise abstellt, sollte der Wahl des Parkplatzes ebenso viel Aufmerksamkeit schenken wie der Reisevorbereitung. Ein gut gewählter Stellplatz trägt entscheidend dazu bei, das Risiko unangenehmer Überraschungen während der Abwesenheit zu reduzieren. Bei der Auswahl bieten mehrere Kriterien Orientierung: geregelte Zufahrten, eine gute Beleuchtung und erkennbare Sicherheitsmaßnahmen des Betreibers sind erste wichtige Anhaltspunkte.

Ebenso relevant sind aber auch transparente Informationen – etwa zu den Öffnungszeiten, zu Kontaktmöglichkeiten im Bedarfsfall sowie zu den Vertrags- und Haftungsbedingungen. Reisende sollten sich diese Punkte im Vorfeld genau ansehen, um im Ernstfall nicht vor unangenehmen Überraschungen zu stehen.

 

Und aus Sicht von IPB, was wird häufig von Anbietern zurückgemeldet?

Daniela Mursa, IPB: Aus der Praxis der Anbieter hören wir vor allem, dass vielen Reisenden heute die klassische Vorbereitung fehlt. Das führt im Alltag zu konkreten Problemen: Viele prüfen vorab nicht die genauen Maße ihres Autos. Wer einen großen SUV fährt, steht dann plötzlich vor einem Stellplatz, der nur für Fahrzeuge bis 4,90 Meter ausgelegt ist. Zudem wird kaum noch Zeitpuffer eingeplant. Jeden Tag – und zum Ferienstart erst recht – kommen Kunden viel zu spät an, weil sie Staus oder Baustellen nicht auf dem Schirm hatten.

Gleichzeitig melden die Anbieter, mein Partner und ich sind als Betreiber von Dein Stellplatz auch selbst Anbieter, zwei klare Trends direkt vom Stellplatz zurück. Zum einen erleben wir einen enormen Boom bei der E-Mobilität: Die Zahl der E-Autos, die geladen und geparkt werden, verdreifachen sich fast von Jahr zu Jahr. Zum anderen verändern sich die Schlafgewohnheiten. Viele Reisende kommen mittlerweile schon am Vorabend und übernachten direkt im Auto auf dem Parkplatz, um die lange Anreise zu umgehen und morgens entspannt den frühesten Flieger zu erwischen.

Für die Praxis im Ferienverkehr bleibt daher der Wunsch, dass Reisende wieder etwas mehr vorausplanen. Wer die Fahrzeugmaße abgleicht, die Adresse vorab prüft und rechtzeitig losfährt, kommt entspannt an und kann vor dem Abflug noch in Ruhe einen Kaffee trinken.

Quelle: ©ADAC/Sebastian Stiphout. 

Welche Fehler beobachten Sie besonders häufig bei Autofahrenden vor längeren Reisen?

Claudia Löffler, ADAC Berlin-Brandenburg: Vor längeren Reisen wird häufig unterschätzt, wie wichtig insbesondere die technische Vorbereitung des Fahrzeugs und eine sorgfältige Reiseplanung sind.

Wir empfehlen deshalb, Starterbatterie, Reifendruck, Reifenprofil sowie Bremsen, Betriebsflüssigkeiten und Beleuchtung rechtzeitig überprüfen zu lassen. In Berlin und Brandenburg unterstützt unser Prüf- und Servicemobil nicht nur ADAC-Mitglieder mit teils kostenlosen Fahrzeugchecks. So können mögliche Mängel bereits vor Reisebeginn erkannt werden.

Ebenso wichtig ist, das Reisegepäck sicher zu verstauen. Denn lose oder schlecht gesicherte Gegenstände können zum gefährlichen Geschoss werden, wenn der Fahrer oder die Fahrerin unterwegs plötzlich abrupt bremsen muss. Wer mit dem Auto ins Ausland reist, sollte sich außerdem vorab über Maut- und Vignettenregelungen sowie die wichtigsten Verkehrsregeln informieren.

 

Können Sie und Ihr Support Team das bestätigen, Frau Mursa?

Daniela Mursa, IPB: Ja, das können wir absolut bestätigen. Aus unseren praktischen Erfahrungen bei Dein Stellplatz sehen wir jeden Tag, dass sich viele Reisende vor langen Fahrten kaum noch Gedanken um den Zustand ihres Autos machen. Das ist teilweise erschreckend, wenn man bedenkt, dass unsere Kunden oft weite Strecken aus ganz Deutschland oder dem Ausland zurücklegen. Wir erleben regelmäßig Autos mit komplett abgefahrenen Reifen, ohne Wischwasser oder sogar mit Sommerreifen im tiefsten Winter. Oft fällt uns auch auf, dass der TÜV abgelaufen ist.

Um diesem Trend entgegenzuwirken und die Rückreise für unsere Kunden sicherer zu machen, haben wir inzwischen einen saisonalen Fahrzeugcheck eingeführt. Wir prüfen dabei je nach Jahreszeit die Batterie, das Scheibenwischwasser, die Profiltiefe und die Reifenart. Fällt uns bei der Kontrolle ein abgelaufener TÜV auf, hinterlassen wir einen freundlichen Hinweis an der Windschutzscheibe – kombiniert mit einem kleinen Duftbäumchen als Geschenk. Für uns ist das gelebter Kundenservice: Die Reisenden werden für Sicherheitsmängel sensibilisiert, freuen sich über die Unterstützung und kommen im besten Fall mit einem sicheren Gefühl und als zufriedene Kunden wieder zu uns zurück.

 

Wie sollten Autofahrende vorgehen, wenn sie nach ihrer Rückkehr einen Parkschaden feststellen?

Claudia Löffler, ADAC Berlin-Brandenburg: Entscheidend ist zunächst der Vergleich mit dem Zustand vor der Reise. Deshalb sollte das Fahrzeug unmittelbar vor Reiseantritt von allen Seiten fotografiert oder gefilmt werden, inklusive bereits vorhandener Beschädigungen. Diese Aufnahmen können später dabei helfen, den ursprünglichen Zustand des Fahrzeugs nachzuweisen.

Wird nach der Rückkehr tatsächlich ein Schaden festgestellt, sollte dieser dokumentiert und zeitnah der eigenen Versicherung gemeldet werden. Fotos vom Schaden sowie genaue Angaben zu Ort und Zeitpunkt der Feststellung können die Schadensbearbeitung erheblich erleichtern. Besteht der Verdacht einer Unfallflucht oder einer anderen Straftat, sollte außerdem die Polizei informiert werden.

 

Wo liegen die häufigsten Missverständnisse beim Versicherungsschutz auf Parkplätzen?

Daniela Mursa, IPB: Das größte und häufigste Missverständnis ist der Glaube, dass der Parkplatzbetreiber automatisch für alle Schäden haftet, die auf dem Gelände passieren. Viele Kunden gehen davon aus, dass mit der Gebühr eine lückenlose Rund-um-die-Uhr-Überwachung und eine Vollkaskoversicherung für ihr Auto mitgemietet wird. Das ist rechtlich und wirtschaftlich gar nicht möglich, da Fahrzeuge in Deutschland nicht doppelt versichert werden können. Ein Parkplatzbetreiber übernimmt keine Obhutspflicht in diesem Sinne, sondern vermietet lediglich eine Stellfläche. Passiert dort ein Unfall, gilt rechtlich dasselbe Prinzip wie auf einer normalen Straße: Es haftet der Autofahrer, der den Schaden verursacht hat, beziehungsweise dessen Kfz-Haftpflichtversicherung.

In der Praxis zeigt sich zudem, dass rund 99 Prozent der reklamierten Schäden schon vor der Einfahrt auf den Parkplatz vorhanden waren. Für die restlichen Fälle nutzen einige Anbieter eine lückenlose Videoüberwachung. Erst kürzlich konnten wir so nach der Meldung einer Parkdelle den Verursacher exakt ermitteln, sodass dessen Versicherung den Schaden tragen musste.

Da im deutschen Rechtssystem der Kläger in der Beweislast ist, empfehle ich Reisenden dringend, selbst aktiv zu werden. Wir machen es bei der Fahrzeugübergabe oder beim Valet-Parking ohnehin standardmäßig, aber auch privat gilt, wie es auch der ADAC empfiehlt, beim Abstellen des Autos ein kurzes, einminütiges Rundum-Video zu machen. Sollte bei der Rückkehr tatsächlich ein neuer Schaden zu sehen sein, hat man einen eindeutigen, zeitgestempelten Beweis in der Hand, dass das Fahrzeug unbeschädigt übergeben wurde, und kann den Anspruch problemlos geltend machen.

Quelle: ADAC SE

Mit welchen Pannenursachen haben die ADAC-Pannenhelfer aktuell am häufigsten zu tun und welche Probleme treten besonders häufig nach längeren Standzeiten auf Parkplätzen auf?

Claudia Löffler, ADAC Berlin-Brandenburg: Die aktuelle ADAC-Pannenstatistik zeigt: Mit 45,4 Prozent aller Einsätze im Jahr 2025 ist und bleibt die Starterbatterie der mit Abstand häufigste Einsatzgrund für unsere Gelben Engel. Übrigens ist auch bei Elektrofahrzeugen nicht die Hochvoltbatterie, sondern ebenfalls die 12-Volt-Batterie die häufigste Pannenursache – anders als viele annehmen. Dahinter folgen Defekte am Motor beziehungsweise Motormanagement, Probleme mit der Fahrzeugelektrik sowie Reifenschäden. Gerade nach einer längeren Standzeit macht sich insbesondere eine bereits geschwächte Starterbatterie bemerkbar. Besonders betroffen sind Fahrzeuge, die überwiegend auf Kurzstrecken bewegt oder nur unregelmäßig genutzt werden. Wer sein Auto also für mehrere Wochen auf einem Parkplatz stehen lässt, sollte genau das im Hinterkopf behalten.

Ein Faktor wird dabei oft unterschätzt: Hitze schadet der Batterie erheblich mehr als Kälte. Steht das Fahrzeug tagelang in der prallen Sonne, beschleunigen die hohen Temperaturen die Alterungsprozesse im Inneren der Batterie deutlich. Der eigentliche Schaden entsteht also oft schon im Sommer, auch wenn er sich häufig erst bei der nächsten Kälteperiode zeigt. Wer sein Auto im Sommerurlaub für längere Zeit abstellt, sollte also nach Möglichkeit einen schattigen oder überdachten Stellplatz wählen.

Kommt es nach der Rückkehr von der Reise zu einer Panne, können ADAC-Mitglieder die Pannenhilfe anfordern. Die gute Nachricht: In rund 84 Prozent aller Fälle können unsere Gelben Engel das Fahrzeug direkt vor Ort wieder flott machen, sodass die Weiterfahrt möglich ist. Nur wenn der Defekt vor Ort nicht behoben werden kann, hängt es von der Art des Problems und den jeweiligen Gegebenheiten ab, ob abgeschleppt werden muss.

 

Welche typischen Reisepannen lassen sich mit wenigen Vorbereitungen vermeiden?

Daniela Mursa, IPB: Neben der klassischen leeren Starterbatterie, bei der auch wir auf unseren Parkplätzen unzählige Male Starthilfe geben müssen, ist die festgezogene Handbremse der absolute Klassiker unter den vermeidbaren Pannen. Viele Autofahrer haben in der Fahrschule gelernt, die Handbremse beim Parken immer anzuziehen. Auf einem komplett ebenen Gelände wie unserem ist das jedoch völlig unnötig. Besonders in der kalten Jahreszeit führt das regelmäßig dazu, dass die Bremsbacken an der Bremsscheibe festfrieren oder festrosten. Die Folge ist, dass sich die Bremse bei der Rückkehr nicht mehr lösen lässt und das Auto blockiert.

In der Praxis erleben wir dann leider oft, dass Kunden trotzdem mit Gewalt losfahren. Da meist nur eine Achse blockiert, ziehen sie das Auto quasi hinter sich her und hinterlassen tiefe Risse im Schotter oder Asphalt des Parkplatzes. Im schlimmsten Fall muss der Pannendienst kommen, das Rad demontieren und die Bremse mechanisch lösen. Diese stressige Panne nach dem Urlaub lässt sich ganz einfach vermeiden: Auf geraden Flächen reicht es völlig aus, den ersten Gang einzulegen oder bei einem Automatikfahrzeug die Parkstufe „P“ zu wählen. Die Handbremse sollte man wirklich nur dann nutzen, wenn man an einem steilen Hang oder einer Schräge parkt.

Vielen Dank für das informative und interessante Interview!

 

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